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Wird die Zukunft weiblicher?

Frauen kommen eher im Kulturteil der Zeitungen vor als im Wirtschaftsteil. Was muss sich ändern, um die Situation von Unternehmerinnen in der Presse und damit ihre Wahrnehmung in Deutschland zu verbessern?

Laut European Startup Monitor 2016 sind nur 13,9 Prozent aller Unternehmer in Deutschland sind weiblich.  Die Medien geben allerdings Unternehmern deutlich mehr Raum und prägen damit die Wahrnehmung. Gründerinnen hadern mit ihren Rahmenbedingungen in Deutschland. Das bestätigt die wissenschaftliche Studie „Neue Welt und alte Rollen? Zur Situation von Gründerinnen in der Digitalwirtschaft in Deutschland“ des Vodafone Instituts für Gesellschaft und Kommunikation.

Wie wird die Zukunft weiblicher?

Wie prägt die Medienwelt, die auch größtenteils männlich dominiert ist, die Situation von Unternehmerinnen? Wie muss sich die Berichterstattung verändern und in Zukunft verbessern? Diese Fragestellungen diskutierten die Teilnehmer(innen) des Journalistensalons mit dem Titel „Wird die Zukunft weiblicher? Gründerinnen in den Medien und als Medienakteurinnen“ am 24. Oktober im Vodafone Institut für Gesellschaft und Kommunikation in Berlin. Auf dem Podium: Teresa Sickert (teresasickert.de) moderierte den Austausch zwischen Tina Groll (Die Zeit, dieChefin.net), Tabea Grzeszyk (CEO von hostwriter.org), Jana Tepe (Mit-Gründerin von Tandemploy) und Paul Wolter (Bundesverband Deutsche Start-ups e.V.)  vor Medienvertretern und Start-ups.

Only pinkwashing? 

Die Meinung der Medien-Expertinnen und Experten: Da Diversity mehr und mehr eine Rolle spielt, stürzen sich deutsche Medien bei der Berichterstattung bei Gründerinnen vor allem auf den Fakt, dass sie weiblich sind, aber weniger auf Inhalte wie Geschäftsmodell oder erste Erfolge. International sei das anders. In deutschen Medien berichten eher Frauen über Frauen. Jana Tepe beispielsweise bekam ihre erste Investition von einer Frau nach einem Bericht über Tandemploy in der Brigitte. Netzwerke und Medien seien männlich dominiert. „Erst wenn Männer Väter von Töchtern werden, fangen sie an, ein besseres Verständnis für die Belange von Frauen zu entwickeln“, sagt Tina Groll. „Wir müssen generelle Fragen stellen, nicht nur gender-spezifische Aspekte betonen.“ Das müsse sich auch in der Sprache widerspiegeln.  

Praxisbeispiel F-LANE

Eingeladen waren auch Vertreterinnen und Vertreter der aktuellen F-LANE-Finalisten-Runde. Mit dem Accelerator F-LANE fördert das Vodafone Institut Start-ups von und für Frauen im Tech-Sektor. „Journalisten bekommen im Rahmen des Journalistensalons schnell und unkompliziert Zugang zu unseren F-LANE-Gründerinnen und diese können sich mit Journalisten vernetzen“, sagt Alice Steinbrück, Leiterin Strategie und Programme am Vodafone Institut, die F-LANE entwickelt hat.


Fotos: iStock, Henrik Andree/meko factory