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Happy Birthday, LTE!

Erinnerst Du Dich noch an die ersten Schritte von 4G? Im August und September 2010 errichteten die Deutsche Telekom und Vodafone erstmals LTE-Basisstationen – ein neuer Netzstandard war geboren. Seitdem ist eine Menge passiert. Ein Rückblick auf sieben Jahre LTE.

Die Geburtsstunde von LTE

Frequenzen in der Tasche und los konnte es gehen – Nur wenige Wochen nach der Frequenzversteigerung nahmen die Telekom (Ende August 2010 im brandenburgischen Kyritz) und Vodafone (im September 2010 im Ostseebad Heiligendamm in Mecklenburg-Vorpommern) die ersten LTE-Basisstationen in Betrieb. In der darauf folgenden Zeit gaben alle deutschen Anbieter den in Sachen Netzausbau ordentlich Gas und sorgten so für eine immer bessere Netzabdeckung. Allein Vodafone hatte Ende 2011 schon 1.850 LTE-Stationen errichtet. Im November 2012 konnte die Bundesnetzagentur schon vermelden, dass die Netzbetreiber ihre Versorgungsverpflichtungen im letzten deutschen Bundesland erfüllt hätten.

Erste Tarife und Kunden

Off to the market: Im Dezember 2010 startete Vodafone als erster Netzbetreiber mit den ersten kommerziellen LTE-Tarifen. Diese ermöglichten eine noch überschaubare Übertragungsrate von bis zu 50 Mbit/s. 4G war anfangs vor allem als DSL-Ersatz in ländlichen Regionen gedacht und so richteten sich die Tarife zunächst vor allem an Kunden außerhalb der großen Städte. Für 30 GB zahlten diese Ende 2010 eine Grundgebühr von 69,99 Euro. Die Deutsche Telekom hingegen drosselte in ihren LTE-Tarifen zunächst nach Verbrauch von 3 GB und ein weiteres Mal nach dem Verbrauch von 5 GB. Ende Mai 2011 sprang auch O2 auf den 4G-Zug auf und startete mit seinen LTE Zuhause Tarifen.

Kommt Zeit, kommt Smartphone

Von wegen Smartphones – als LTE-Hardware gab es anfangs aufgrund der Festnetz-Vermarktungsstrategie nur Router und Surfsticks. Bis das erste Handy auf den Markt kam, sollte auch noch einige Zeit vergehen: Erst im April 2012 vermarktete Vodafone mit dem HTC Velocity 4G das erste LTE-Smartphone in Deutschland. Das HTC-Handy unterstützte die 4G-Frequenzen mit 800- und 2600-MHz und war damit für die Telekom, die 800-MHz und 1800-MHz für den LTE-Ausbau in Deutschland nutzte, uninteressant. Im September 2012 hatte Apple mit dem iPhone 5 ein vergleichbares Problem: Dieses Smartphone unterstützte in Sachen LTE nur die Frequenzen mit 800-MHz und 1800-MHz, es fehlte die 2600-MHz-Frequenz, mit der Vodafone Deutschland bevorzugt die Städte ausbaute.

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LTE heute und in Zukunft

Sieben Jahre nach der Inbetriebnahme der ersten deutschen 4G-Basisstationen verfügt Deutschland über eine sehr gute LTE-Netzabdeckung. Allein Vodafone erreicht mit seinem Netz aus mehr als 15.000 LTE-Stationen mittlerweile etwa 90 Prozent der Bevölkerung Deutschlands und bietet in den Städten Stuttgart, Düsseldorf, Dresden, Dortmund, Mannheim, Erfurt, Coswig, Cottbus, Moers und Remscheid mit 4,5G bereits Übertragungsraten von bis zu 500 Mbit/s an. Bis zum Ende des Jahres soll 4,5G schon an 30 deutsche Städte angeschlossen sein. Und es wird noch schneller: Schon im Jahr 2020 will Vodafone den Kunden 5G-Geschwindigkeiten mit Übertragungsraten von 1 GB ermöglichen und erforscht dafür gemeinsam mit der TU Dresden im Dresdner 5G Lab das Giga-Netz der Zukunft.

Titelbild: iStock/RuthBlack
Bilder: Deutsche Telekom, iStock/laremenko